Entschuldigen Sie, wie komm’ ich denn bitte von Clueso nach Jeff Mills

Nachdem mich Melle auf den Geschmack von Clueso gebracht hatte (sie hatte die CD bei uns im Auto und ich muss sagen, ich fand ihn wirklich gut), habe ich vor vielen Wochen schon Karten für uns geordert.

Samstag war es dann soweit, nach lecker Pizza und Cocktails bei Bruno (der in Horas ja Heimspiel hat), sind wir ab ins Kreuz. Die zuvor gesichtete “Teenager-Traube” war verschwunden (wir sind sicherheitshalber erst kurz vor Konzertbeginn eingekehrt).

Da im ersten Drittel wie erwartet niemand gepoked hat, haben wir uns zu den “älteren” (16 bis 25-jährigen) gesellt. Irgendwann ging’s dann auch los und es war eigentlich ganz nett, aber halt auch “nur” ganz nett. Melle diagnostizierte mir zwar eine “Konzertschüchternheit”, ich könne einfach nicht aus mir heraus gehen, aber bei gefühlten 59BPM KANN ich halt einfach nicht.

 

Naja, da war ich nun, also muss ich auch was machen - Gleichgesinnte suchen. Matze hatte Katha an der Hand und die hat auch etwas rhytmisch mit dem Becken gekreist, Ihnen scheint’s wohl auch zu gefallen. Bruno stand etwas anteilnahmslos da und schon war ein Gesprächspartner gefunden. “Findest du’s auch so gut wie ich?” “Naja, ich bin ja sowieso nur aus Sympathie mit”.

Ein paar Takte später (wir können übrigens gar nicht gestört haben da der Herr Clueso sowieso gerade seit 2 Minuten auf dem Boden kniet und sich zu Didgeridoo-Klängen den Mund mit einer roten Taschenlampe ausleuchtet und demnach nicht zum singen kommt) keift uns auch schon eine 14-jährige an die der Sprache nach wohl auch wie Clueso aus Erfurt kommt. Prompt kam die Antwort: “Ach weißt du, wir sehen uns so selten, wir kaufen uns immer mal Konzerttickets damit wir uns richtig ausquatschten können”.

Aus Anstand (und Brunos Verlangen nach Nikotin) haben wir uns dann Richtung Ausgang verzogen. Auf der Suche nach Überschneidungen im Musikgeschmack (die Abneigungen waren ja geklärt) kamen wir auf elektronische Musik und ich musste feststellen, das der gute Bruno so ziemlich alles was ich seinerzeit aus dem Kasettenregal meines Bruders geklaut habe schon live erlebt hat.

Da kamen Anekdoten von Sven Väth sonntags Morgens in der Bitkurve (gegenüber der Sonne in Fulda), über Marusha in der Fleckviehhalle bis hin zu oben genannten Jeff “The Wizard” Mills im Cosmic Space Club Fulda. Neidisch musste ich wieder einmal feststellen, das ich einfach ein paar Jahre zu spät auf die Welt gekommen bin.

Gerade als mir Bruno erzählt das Jeff Mills damals die Anlage zu schwachbrüstig war und er den Bass auf die Schallplatte geklopft hat merke ich das der Saal sich leert. Matze jubelt dem Herrn Clueso noch ein “Hau doch ab nach Chicago!” zu und wir können alle entspannt nach Hause.

Wie gesagt, ich finde Clueso wirklich ganz gut, zumindest als Fahrstuhlmusik oder in einer öffentlichen Toilette.

Zum Schluss noch eine Fingerübung vom Wizard für Alle und einen Insider für die anderen: “Clueso braucht Gras”.

In diesem Sinne,

Marco

5 Responses to “Entschuldigen Sie, wie komm’ ich denn bitte von Clueso nach Jeff Mills”

  1. Matze Says:

    ganz groß alter, ganz groß dieser beitrag,

    ick lieg schon unter meinem rollcontainer vor lachen.

    absolutes highlight.

  2. marco Says:

    Ich kann nix dafür, das sind Geschichten aus‘m LEEEBEN!

  3. Oliver Says:

    Was soll ich sagen - ich stimme dir voll und ganz zu! Clueso ist ein fantastischer Musiker, Sänger, Produzent, leider auch der Jürgen Fliege des musikalischen Entertainments. Die perfekte Vorband eben …

  4. Melle Says:

    Aber der Kuba Libre (zumindest der, welcher von Bruno gemixt wurde) der war wirklich gut ;-)

  5. amelie Says:

    viele menschen sind dümmer als ich dachte.

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